Schulhaus

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Schulhaus Ambergerstraße – Im Spiegel der Zeit


1911


Das eindruckvolle Gebäude „auf freiem Feld“ ist bezugsfertig. Die Schüler bekommen als Einzugsgeschenk eine Breze. Die Schulglocke schlägt nun den Schweinauern die Stunde. Kirchen gibt es in Schweinau noch nicht.


1914


Beginn des ersten Weltkrieges. Das Haus wird mit Soldaten belegt. Die Schüler müssen ins Schulhaus Herschelplatz ausweichen.


1940


Teile des Kellers werden zu Luftschutzräumen für die Bewohner der Umgebung hergerichtet. Die dicken Mauern (60 cm und mehr) vermitteln in Bombennächten Sicherheit.


1944


Die Kinder verlassen das Haus – Landverschickung wegen der Bombenangriffe. In den Turnhallen wird Mobiliar von Ausgebombten gelagert. 600 Fremdarbeiter werden einquartiert.


1945


Ein Bombenvolltreffer schlägt in die Mitte des Hauses. Beide Turnhallen und drei Klassenräume werden zerstört, Dach und Haus stark beschädigt.


1947


In der Trinkhalle neben der Hausmeisterwohnung bekommen die Schüler täglich die sog. Quäkerspeisung (hochwertige, meist süße Milch-Brei-Nudelnahrung). Die Hilfe kommt aus USA und lindert den großen Hunger.


1949


Ambergerstraße wird Beispielschule in Nürnberg. Fortschrittliche Unterrichts- und Erziehungskonzepte werden vorgestellt und durchgeführt. Die Leitung übernehmen erfahrene und engagierte Pädagogen: Rektor Albert, Rektorin Glück, Herr Steger.


1951


Der große Kinderchor der Beispielschule (bis zu 250 Mitwirkende) wird weithin bekannt. Unter Leitung von Hermann Faul singt er im Rundfunk, im Opernhaus, im US-Army Hospital. Bei vielen Schulfeiern im Saal des Turnvereins Schweinau wirkt er mit.


1952


Von Februar bis November wird bei laufendem Unterrichtsbetrieb die Generalinstandsetzung des Gebäudes durchgeführt.

Die Kosten betragen 600.000 DM. 171.000 DM übernimmt die amerikanische Mc Cloy-Stiftung.

Alle Kriegsschäden sind beseitigt.

Die Schulräume haben (nach dem Zeitgeschmack) an Wänden und Decken kräftige, fröhliche Farben. In acht Klassen wird das alte starre Banksystem durch bewegliche Schulmöbel ersetzt.

- Damals eine absolute Neuheit. -


1953


Einige Lehrer klagen: es wird zu eng im Zimmer. Die neuen Schulmöbel brauchen zu viel Platz. Dies trifft zu, bei immer noch üblichen Klassenstärken bis zu 60 Kindern.


1954


Der botanische Schulgarten ist fertig. Hier können die Schüler in nächster Nähe viele heimische und fremde Pflanzen betrachten und beobachten.


1956


Herr Windisch (später Leiter des Staatlichen Schulamtes Nürnberg) führt zusammen mit Frau Rektorin Glück die Schule Ambergerstraße. Es gab also eine Knaben- und eine Mädchenschulleitung.


1968


Musikmodellschule (später: Erweiterter Musikunterricht)

Begabte und interessierte Kinder sollen vom ersten Schuljahr an durch spezielle geschulte Pädagogen eine ganzheitliche musisch betonte Bildung erhalten.

Herr Kretzschmar, Rektor der Schule bis 1983, übernimmt die Leitung des Vorhabens.

In 16-jähriger äußerst engagierter und verdienstvoller Arbeit werden beispielhafte Ergebnisse erzielt. Bei ungezählten, höchst gelungenen Darbietungen innerhalb und außerhalb der Schule sowie im Rundfunk wird das immer wieder deutlich.


1983


Rektor Bartel übernimmt die Leitung der Schule.

Für einige Jahre sind noch „zweisprachige Klassen“ angesiedelt: Türkische Schüler erhalten Unterricht in bestimmten Fächern in ihrer Muttersprache und von türkischen Lehrern, andere Fächer werden von deutschen Lehrkräften unterrichtet. Für einige Jahre gehörten also türkische Lehrkräfte zum Kollegium.

Am Nachmittag nutzen viele Jahre lang außerdem Kinder der griechischen Privatschule einige Zimmer.


2003


Da viele Schulanfänger Defizite und Teilleistungsstörungen zeigen, wurde nach fünfjähriger Vorbereitungszeit eine „Sinneswerkstatt“ entwickelt, die in dieser Art zumindest in Nürnberg einmalig ist.


Text erstellt von Herrn Rektor Werner Bartel