Schulhaus

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100 Jahre
Ambergerschule Nürnberg

Schulhaus-Führung der besonderen Art

mit Werner Bartel beim Schulfest am 28.5.2011

Das Schulhaus, unendliche Weiten...
Wir schreiben das Jahr 2011.
Eine kleine Gruppe von Abenteuerlustigen macht sich auf, Geheimnisse des Amberger-Schulhauses zu erkunden, die kaum ein Mensch zuvor gesehen hat...

Unter Führung unseres erfahrenen Käptns (Senior-Rektor Werner Bartel) begeben wir uns zunächst in den Keller.
Hier lagern, falls man den Weg durch verwirrende, teils dunkle Kellergänge findet, wertvolle Requisiten von Theateraufführungen vergangener Zeiten:

 

Wir tauchen aber noch tiefer in die Vergangenheit der Ambergerschule ein.
In einem versteckten Kellerraum finden wir die legendäre ehemalige Belüftungsanlage. Diese war zur Zeit ihrer Erbauung revolutionär.
            
Jedes Klassenzimmer konnte über Schächte mit frischer Luft versorgt werden. Diese wurde vom Schulhof über ein Lüftungshäuschen angesaugt (dieses Häuschen wird heute fälschlicherweise oft als "Brunnenhäuschen" bezeichnet)



und anschließend über die Verteileranlage im Keller in die verschiedenen Klassenzimmer geleitet. Im Winter konnte diese Luft sogar über elektrische Heizspiralen erwärmt werden.

           

Die verbrauchte ("dicke") Luft wurde dann über große Schächte über das Dach ins Freie geleitet. Man sieht heute noch die Lamellen (= Lüftungsöffnungen) in den beiden Türmen der Schule.

   


Weiter geht unsere Erkundung unbekannter Welten auf dem Dachboden.

   

Dieser hat gewaltige Ausmaße und zieht sich über das gesamte Gebäude der Schule hin.
Besonders auffällig ist hier unsere alte, weithin sichtbare Schulhausuhr.



Vom Dachboden aus sehen wir jetzt endlich einmal ihre Rückseite und das dazugehörige Uhrwerk.

             

Und heute können wir auch endlich das Geheimnis lüften, warum die Schulhausuhr vor einigen Jahren plötzlich stehen geblieben ist.

Nun - sie ist keineswegs defekt, wie man vermuten könnte.

Vielmehr hat sich der wilde Wein, der sich so schön an der Hausfassade hocharbeitet, immer wieder um die Zeiger geschlungen und diese zum Stillstand gebracht. Für einen regelmäßigen, noch öfteren Rückschnitt des Weins fehlt aber leider das Geld...
Außerdem geht so eine alte Uhr natürlich nicht auf die Minute genau, so dass sie oft die Zeit ein wenig falsch anzeigte. Dies hat Nachbarn der Schule mitunter gestört und sie haben sich bei der Schulleitung beschwert, dass die Uhrzeit nicht exakt stimmt.
Darüber hinaus haben die Glocken neben der Uhr zu jeder halben und vollen Stunde geschlagen und den Unterricht wegen ihrer großen Lautstärke erheblich gestört.

Deswegen hat unser Käptn höchstpersönlich vor einigen Jahren veranlasst, dass das Uhrwerk abgeschaltet wird.
Und seitdem zeigt die Uhr nur noch 2x am Tag die richtige Zeit an.

Vielleicht wird sie ja irgendwann wieder einmal in Betrieb gehen, das Uhrwerk würde jedenfalls (wahrscheinlich) noch funktionieren...

Aber das ist dann eine andere Geschichte aus einer noch ferneren Zeit.



Nachtrag, Sternzeit Juni Zweitausendundelf:

Unsere Schulhausuhr ist wieder in Betrieb!
Der Herr der Zeit (Herr Tyrach) hat sie wieder eingeschaltet und wacht nun mit Argusaugen darüber, dass sie stets die richtige Zeit anzeigt und jeder im Schulhaus und drumherum weiß, was die Stunde geschlagen hat!


2. Nachtrag, Sternzeit Januar Zweitausendundzwölf:

Leider musste das Uhrwerk wieder abgeschaltet werden, da die Uhr die Zeit zunehmend falsch angezeigt hat. Das Uhrwerk müsste doch einmal gründlich überholt werden. Vielleicht findet sich ja irgendwann einmal ein Spezialist für alte Turmuhren, der die Uhr (unentgeltlich) als Spaß an der Freud reparieren könnte. Bis dahin bleiben die Zeiger unserer Schulhausuhr leider wieder stehen.


Fotos © 2011 D. Härtl