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Schlussgottesdienst 2010/2011

Jakobs Weg

oder

So geht Versöhnung


Einleitung: Viele Kinder klagen nach den Pausen über Streit am Schulhof. Sie erzählen von Streit am Spielplatz oder in der Familie. Oft fällt es ihnen schwer, zur Versöhnung zu finden.

Auch die Bibel kennt solche Geschichten. Eine davon spielt vor mehr als 3000 Jahren im Land Kanaan. Kinder der vierten Klassen haben sie uns erzählt und vorgespielt.


Damals wohnten die Menschen noch in Zelten

In einem solchen Zelt wohnten auch die Zwillinge Esau und Jakob mit ihren Eltern. Esau ist der Liebling seines Vaters Isaak und will einmal ein großer Jäger werden. Jakob dagegen hütet lieber die Herden und hilft seiner Mutter Rebekka beim Kochen.

Oft gibt es Streit zwischen diesen beiden ungleichen Brüdern.

Oft genug muss die Mutter die beiden Streithähne trennen, um Schlimmeres zu verhindern.

So gehen die Jahre ins Land. Isaak ist alt geworden. Er kann jetzt kaum mehr sehen. Doch bevor er stirbt, will er seinen Erstgeborenen segnen, wie es Brauch ist. Er ruft Esau zu sich. Esau soll ein Wildtier jagen und ihm einen köstlichen Wildbraten bereiten. Danach will er ihn segnen.

Beide wissen nicht, dass sie von Rebekka belauscht werden. Sie will, dass ihr Liebling Jakob den Segen des Vaters erhält.

Sie weiht Jakob in ihren Plan ein.

Jakob verkleidet sich, damit sich seine Haut wie die des behaarten Esau anfühlt und bringt dem blinden Vater das Essen. Isaak ist misstrauisch, aber schließlich segnet er seinen Sohn.

Der Betrug wird bald aufgedeckt. Esau ist wütend. Er droht, seinen Bruder umzubringen.

Wieder hat Rebekka alles mitgehört. Sie schickt Jakob nach Haran zu ihrem Bruder Laban. Wenn in einigen Jahren Gras über die Sache gewachsen ist, soll Jakob zurück kommen.

So hat sich Jakob das nicht vorgestellt: allein, auf der Flucht, ohne Mutter, die ihm beisteht, ohne Lager für die Nacht. Schließlich fällt er in einen unruhigen Schlaf.

Und träumt einen merkwürdigen Traum: Er sieht eine Leiter, die von der Erde bis in den Himmel reicht. Engel steigen auf ihr herab und wieder hinauf. Gott selbst spricht zu ihm. Er bestätigt den Segen und verspricht ihm, auch weiter bei ihm zu sein.

Kann das wirklich sein? Ihn, Jakob, den heimatlosen Flüchtling, den Trickser und Betrüger hat Gott nicht verstoßen? Er will weiter seine Hand über ihn halten? Kann am Ende doch noch alles gut werden?

Wieder sind viele Jahre vergangen. Jakob ist in Haran reich geworden.

Er hat eine große Familie. Gott hat Jakob reich gesegnet. Jakob könnte zufrieden sein. Doch der Streit mit seinem Bruder belastet ihn immer mehr. Ob er einen Weg finden wird, sich mit ihm zu versöhnen?

Mit vielen Geschenken schickt er seinen Knecht voraus. Ob Esau das Friedensangebot annehmen wird?

Doch auch Esau sehnt sich schon lange nach Versöhnung. Er vergibt seinem Bruder, was er ihm angetan hat. Mit ihren Familien feiern sie ein Versöhnungsfest.

In seiner Ansprache erinnert uns Herr Janus, dass Gott diesen Weg auch mit uns gehen will. Gott schenkt Versöhnung, wo vorher nur Streit und Feindschaft war. Mit Gottes Hilfe können wir beides tun: Um Vergebung bitten und einander verzeihen.

Die Viertklässler haben sich Gedanken gemacht, wo sie Streit erleben und wofür sie Gott um Hilfe bitten wollen.


Dazu gibt es auch einen Bericht auf  der Homepage von St. Wolfgang:


Text: Waltraud Jäger
Fotos © 2011 D. Härtl